· GREEN24 Redaktion

Frostspanner vorbeugen: Jetzt zählt der Leimring

Nach deutlichem Frostspannerbefall im Frühjahr zählt Ende September die richtige Barriere: dicht am Stamm, regelmäßig kontrolliert und zeitlich begrenzt.

Leimring wird Ende September dicht um den Stamm eines Apfelbaums gelegt

Waren Ihre Obstbäume im Frühjahr deutlich von Frostspannerraupen befallen, beginnt jetzt die passende Vorbeugungszeit. Die flugunfähigen Weibchen klettern nach den ersten kalten Nächten am Stamm hinauf, um ihre Eier in der Krone abzulegen. Ein dicht anliegender Leimring kann diesen Weg unterbrechen.

Entscheidend ist nicht möglichst viel Klebefläche, sondern der gezielte, zeitlich begrenzte Einsatz: Ende September oder Anfang Oktober, unterhalb der Kronenverzweigung und ohne Lücke zur Rinde.

Erst den Befall bewerten

Ein Leimring ist keine vorsorgliche Pflicht für jeden Baum. Besonders sinnvoll ist er dort, wo Frostspannerraupen im Frühjahr einen deutlichen Fraß verursacht haben. Bei geringem Auftreten gehören die Raupen zugleich zum Nahrungsangebot vieler Gartentiere. Eine vielfältige, naturnahe Umgebung unterstützt ihre natürlichen Gegenspieler.

Prüfen Sie deshalb Ihre Notizen oder Fotos vom Frühjahr: Waren junge Blätter stark durchlöchert, Blüten oder junge Früchte angefressen und bewegten sich die Raupen typisch „katzenbuckelartig“? Nur ein passender Befund macht die Maßnahme nachvollziehbar.

Warum Ende September zählt

Die Weibchen des Kleinen und Großen Frostspanners können nicht fliegen. Je nach Region werden sie nach den ersten kalten Nächten aktiv und wandern vom Boden über den Stamm in die Krone. Der Ring muss deshalb bereits sitzen, bevor diese Wanderung beginnt – häufig ab Ende September oder Anfang Oktober.

In fünf Schritten zur geschlossenen Barriere

  1. Die richtige Stelle wählen

    Bringen Sie den Ring am Hauptstamm unterhalb der Kronenverzweigung an. Führt ein Stützpfahl bis in die Krone, braucht auch er unterhalb seiner Verbindung zum Baum eine Barriere.

  2. Den Stamm vorbereiten

    Entfernen Sie vorsichtig nur lose Rindenteile und Schmutz, ohne die lebende Rinde zu verletzen. Auf stark borkiger Oberfläche darf kein Spalt bleiben, durch den Tiere unter dem Ring hindurchkriechen können.

  3. Nach Produktangabe zuschneiden

    Messen Sie Stamm und gegebenenfalls Stützpfahl. Schneiden und positionieren Sie den Leimring genau nach den Angaben auf Etikett und Produktinformation.

  4. Dicht und sicher befestigen

    Der Ring muss rundum plan anliegen. Befestigen Sie ihn so, wie es der Hersteller vorgibt, ohne den Stamm einzuschnüren oder die Rinde zu beschädigen.

  5. Regelmäßig kontrollieren

    Entfernen Sie angewehte Blätter und Zweige, die eine Brücke bilden. Prüfen Sie außerdem, ob der Ring verschmutzt, trocken, beschädigt oder locker geworden ist.

Klebefallen bewusst begrenzen

Leimringe können auch andere Insekten treffen und bei unkontrollierter Anwendung Vögel gefährden. Kontrollieren Sie die Barriere daher regelmäßig und setzen Sie sie nur im empfohlenen saisonalen Zeitraum ein. Für die Frostspanner-Vorbeugung sollte der Ring spätestens Anfang März wieder entfernt werden.

Ein Leimring gegen Frostspanner ist außerdem kein Mittel gegen den Apfelwickler und damit keine Antwort auf den sprichwörtlichen „Wurm im Apfel“. Bestimmen Sie das Schadbild, bevor Sie handeln.

Sicher arbeiten

  • Tragen Sie geeignete Handschuhe und halten Sie das Material von Kindern fern.
  • Waschen Sie nach der Anwendung die Hände gründlich.
  • Lesen Sie vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen.
  • Verwenden Sie den Ring nicht als dauerhafte Standardausstattung, sondern kontrolliert und zielgerichtet.

Für heute reicht ein kurzer Rundgang: Frühjahrsbefall prüfen, Stamm und Stützpfahl ausmessen und den Ring nur dort vorbereiten, wo der Einsatz fachlich passt. So wird aus einer Klebefläche eine gezielte Barriere statt einer Dauerfalle.

Das Produktfoto zeigt die tatsächlich angebotene Originalpackung.

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